Zwei Neuberger auf der DJEM, ein dritter Platz!

Siegerehrung der U12

Titelfoto: Alexis Buchinger auf Platz 3

Vom 27.05.-04.06.23 fand die Deutsche Jugendeinzelmeisterschaft, wie in den letzten Jahren auch, in Willingen statt. Die Schachfreunde Neuberg hatten mit Alexis Buchinger in der U12 und Emil Eull in der U18 gleich zwei Teilnehmer am Start. 

U18

Die Gruppe der männlichen U18 war mit 28 Spielern insgesamt eine der kleineren, dafür aber ausgesprochen spielstark – in dieser Altersgruppe nahmen gleich 7 Fidemeister am Kampf um den Deutschen Jugendmeister teil. Emil startete von Rang 22 der Tabelle und musste sich gegen im Schnitt um 100 DWZ-Punkte bessere Gegner behaupten. 

So musste er gleich in der ersten Partie gegen einen der FMs antreten – gegen Kevin Haack vom SV 1920 Hofheim, wenn auch immerhin als Anziehender. In der Zweispringer-Variante der Englischen Eröffnung entschied sich Emil, relativ früh einen Damentausch anzubieten, der leider seine Stellung aber etwas verschlechterte, weil sich dadurch eine Linie für den gegnerischen Turm öffnete und Zentrumskontrolle verlorenging. In der Folge wurden relativ schnell die Figuren getauscht, was ab Zug 24 in ein Endspiel mit Läufer gegen Springer mit noch jeweils sieben Bauern führte. Emil begann den Bauernvorstoß auf dem Damenflügel, wo in einem Bauernabtausch Schwarz seinen Springer opferte, was die verbleibenden 3 verbundenen Freibauern aber kompensierten. In jetzt offener Stellung versuchte Emil, stärker mit seinem Läufer aktiv zu werden, was aber daran scheiterte, dass der Gegner – mit den Freibauern auf dem Damenflügel und seinem König, der bereits hinter Emils Bauern auf den Königsflügel gelangt war und dort attackierte – zu viele Angriffsmöglichkeiten hatte. Es folgte ein komplexes, gegenseitiges Beharken, in dem der Gegner am Ende aber den Vorteil seiner 3 verbundenen Freibauern nutzen konnte, so dass die Umwandlung zur Dame nicht mehr vermeidbar war. 

Die zweite Partie spielte Emil mit Schwarz gegen den etwas weniger spielstarken Arvin Plaumann von den SFR Heidesheim. Weiß kam nach der Eröffnung kurz in Vorteil, was er aber sofort wieder verspielte. Das Spiel lief dann längere Zeit recht ausgeglichen. Emil konnte eine Drohung mit Läufer und Dame gegenüber dem König aufbauen, die Weiß auch noch falsch verteidigte. Da er aber mit nur noch wenigen Minuten auf der Uhr die Königsjagd nicht zu Ende berechnen konnte, nahm Emil den Damentausch an, verlor dadurch wieder etwas an Boden, und so ging es ins Endspiel mit zwei Mehrbauern für Schwarz und dem Läuferpaar gegenüber Springer/Läufer für Weiß, was Emil aber netto einen leichten Vorteil verschaffte. Er versuchte eine Zeitlang, den Gegner zum Abtausch des Läuferpaars zu bewegen, was dieser zunächst vermied – um dann kurz darauf selbst einen seiner Läufer gegen den Springer abzutauschen und nun endgültig in Nachteil zu geraten. Während Emil sein Endspielkönnen bewies und innerhalb weniger Züge seine Bauern nach vorne brachte und dank aktiveren Königs einen vorteilhaften Abtausch einleitete, stand der weiße König passiv. Zwar gelang es beiden Spielern noch, eine neue Dame zu ertauschen, Weiß büßte dabei aber seine letzte Leichtfigur ein und kam in der Umwandlung genau einen Zug zu spät. So war es Emil, der das erste Schach einer Serie geben konnte, und 4 Züge vor dem Matt hatte sein Gegner dann schließlich genug gesehen.

Während die dritte Partie auf den durchschnittlichen Schlachtenbummler vielleicht eher einen langweiligen Eindruck macht (wie die Fußballzuschauer ja auch ein Tore-Feuerwerk oft mehr schätzen als eine hochwertige, aber torlose Verteidigung), ist dieses Spiel auf seine Art vermutlich das Beeindruckendste des Turniers. Emil eröffnete gegen Ruben Lutz vom USV TU Dresden mit Weiß wie üblich mit Englisch; das Spiel ging dann durch Zugumstellung in das abgelehnte Damengambit über. Das Mittelspiel war sehr positionell geprägt, nicht Abtauschorgie, sondern gegenseitiges Belauern; schließlich ging es in ein Endspiel mit Springer und jeweils vier Bauern über. Es folgte ein spannungsgeladener Kampf um die Bauern, ohne dass sich eine Seite einen Fehler erlaubte, so dass auch keiner der beiden Kontrahenten in einen Vorteil kam (die Engine gibt an keiner Stelle des Spiels einen Vorteil von mehr als +/-0,7 an, bei einer Zuggenauigkeit von > 98% auf beiden Seiten). Irgendwann war dann klar, dass nur noch die Springer auf dem Brett bleiben würden. Das Remis am Ende die Partie spiegelt dieses extrem präzise gespielte Match wirklich gut wider.

Ganz anders dann die vierte Partie, in der Emil wieder mit Schwarz gegen Pascal Nied vom SC Untergrombach 46 spielte. In der Caro-Kann-Abtauschvariante waren sich die beiden Spieler zunächst ebenbürtig. Da er zwei Züge seiner Vorbereitung vertauschte, kam Emil dann allmählich in Nachteil, nachdem er erst etwas verzögert Gegenspiel am Damenflügel suchte; der Gegner war bereit, für einen starken Springer seinen Läufer zu geben und kam damit bereits in deutlichen Vorteil. Parallel gruppierte er die Verteidigung um seinen König etwas um mit dem Ziel, den Turm auf die h-Linie zu bringen, was aber die Königsstellung schwächte. Und dann spielte Weiß in Zug 33 einen echten Killer-Zug: ein sehr starkes, vergiftetes Damenopfer, das im Prinzip schon einen kaum noch einzuholenden Vorteil brachte. Das Spiel endete dann nach weiteren 5 Zügen und einem fulminanten Angriff mit einem Matt auf f8.

In Partie 5 musste Emil schon wieder mit Schwarz antreten. Es kam gegen den mehr als 200 Elo-Punkte stärkeren Magnus Müller von der SG Blau-Weiß Stadtilm die Short-Variante von Caro-Kann aufs Brett. Emil spielte in Eröffnung und Mittelspiel sehr präzise, so dass es nach anfänglich leichtem Vorteil für Weiß in Zug 18-28 wieder völlig ausgeglichen stand, wo dann zu einem Endspiel mit gleichfarbigen Läufern abgewickelt wurde. Nun wollte Emil aber zu viel und statt auf Remis zu spielen, versuchte er Ungleichgewichte zu schaffen, was letztendlich aber nur seinem Gegner zugute kam. Das führte dazu, dass Weiß 2 Freibauern auf der 5. und 6. Reihe bekam, die beide von seinem König gedeckt werden konnten, so dass die Umwandlung gesichert war und Schwarz leider keine Chance mehr blieb. 

In der 6. Partie spielte Emil mit Weiß; gegen Ben-Iven May vom SV „Glück auf“ Rüdersdorf kam eine Art Englisch gegen Königsindisch aufs Brett. Es entwickelte sich zunächst eine relativ ausgeglichene Partie; letztlich gab der Gegner zuerst in Zug 31 einen in Zeitnot ungedeckten Bauern preis, wobei er sich dann im Bemühen, den Verlust wieder wettzumachen, auf eine Kombination einließ, die er offenbar nicht gut berechnet hatte, so dass Emil einige Figuren abtauschte, mit einem Zwischenschach seinen eigenen Bauern aber auf dem Brett halten konnte. In dem Turmendspiel mit Bauern konnte Emil dank seines auf die 7. Reihe gebrachten Freibauern schließlich solchen Druck aufbauen, dass er einen weiteren Bauern gewann und der Gegner bei zwei Minusbauern schließlich das Handtuch warf.

In Partie 7 konnte Emil einen weiteren Erfolg feiern – und das gegen den 250 Punkte stärkeren Gegner David Musiolik vom SV Worms 1878. Die Eröffnung ähnelte der aus Runde 6 und die Partie war lange Zeit spannend.. Sein Gegner brachte sich mit falschem Turmzug in Zug 31 etwas in Nachteil, entscheidend war dann aber Emils Angriff auf seine Dame in Zug 33, die Schwarz besser mit einem Gegenangriff beantwortet hätte. Stattdessen wählte er die passive Verteidigung und zog seine Dame aus dem Schussfeld, woraufhin es für Schwarz schrittweise bergab ging, da die weißen Schwerfiguren eindringen konnten. Trotzdem dauerte es noch 35 Züge, bis Emil seinen Freibauern schließlich zur Dame umwandeln konnte, was den Gegner seinen Turm kostete, der sich dann endlich bei drohender Turmgabel geschlagen gab.

In Partie 8 musste Emil seine Fähigkeiten gegen den fast 300 Punkte stärkeren FM Dominik Laux aus Hofheim beweisen – der aber seiner Favoritenrolle in dem Match gerecht wurde. Es wurde erneut mit der Short-Variante von Caro-Kann eröffnet, bei der Weiß von Anfang an keinen Raum für echtes Gegenspiel ließ. Methodisch baute er seinen Vorteil aus, ertauschte sich hamstermäßig Materialvorteil und gewann dann schließlich die Partie. 

In der 9. Partie wurde noch einmal ein Remis erreicht, wobei Emil nach Vorbereitung Sizilianisch spielte, die Stellung dann aber nach ungenauer Eröffnungsbehandlung seines Gegners nicht so gut verstand und in Nachteil geriet. Mit nur wenigen Minuten auf der Uhr fand er das Läuferopfer …Lxb2, für das selbst der Handy-Stockfish zwei Sekunden brauchte, so dass Emil am Ende des Turniers auf ein Konto von 4/9 Punkten blicken konnte – gegen sehr starke Gegner ein gutes Ergebnis, das ihm ein paar DWZ- und ein paar mehr Elo-Punkte eintrug und ihn gegenüber seinem Startrang zwei Tabellenplätze weiter nach vorne brachte. Insgesamt war es auch ein tolles Erlebnis, einfach mal auf einer Deutschen Meisterschaft dabei sein zu dürfen.

Emil während einer Runde
Volle Konzentration bei Emil. Foto: Deutsche Schachjugend

U12

Alexis ging als Vorjahreszweiter in die mit ganzen 58 Teilnehmern besetzte U12, die aber in diesem Jahr mit vielen starken Spielern – darunter gleich sechs Hessen – besetzt war, sodass er von Platz 9 der Startrangliste eher zum erweiterten Favoritenkreis gehörte. Mit Abstand erstgesetzt war FM (!) Christian Glöckler, der schlussendlich mit 8/9 auch souverän gewinnen konnte.

Die erste Runde verlief für Alexis alles andere als optimal. Gegen den 600 Punkte schwächeren Mattheo Gabriel Junge musste er mit Schwarz ran und verbrauchte direkt in der Eröffnung sehr viel Zeit, erreichte aber letztendlich nur Ausgleich. Zwar machte er dann noch etwas Druck, indem er versuchte, mit seinen Figuren einzudringen, am Ende fand er sich aber in einem Läufer-gegen-Springer-Endspiel wieder, welches nicht zu gewinnen war. 

In der zweiten Runde sollte daher gegen Igor Shevchenko ein Sieg her, wenn die Chancen auf eine Topplatzierung nicht schon sehr früh sehr erschwert werden sollten. Zuerst schien der Caro-Kann-Aufbau seines Gegners noch gut zu funktionieren, gewohnt aggressiv spielend, setzte Alexis seinen Gegner aber unter Druck und als dieser dem Damentausch auswich, hatte Alexis deutlichen Vorteil. Statt eines Angriffs wählte er ein Endspiel, in dem er durch eine Unaufmerksamkeit seines Gegners taktisch einen Bauern gewann und direkt darauf mit einer weiteren Taktik in ein nun gewonnenes Bauernendspiel abwickelte, welches er sich nicht mehr nehmen ließ.

In Runde 3 ging es mit Schwarz gegen Philipp Allen (1539 Elo). Alexis wählte dieses Mal einen anderen Aufbau gegen Spanisch als in Runde 1 und kam deutlich besser als dort aus der Eröffnung. In einer strategisch komplexen Stellung knickte sein Gegner unter schwindender Zeit schließlich ein und verlor ohne jegliche Kompensation einen Bauern. Die schwache Königsstellung seines Gegners ausnutzend, verwertete Alexis seinen Vorteil sicher und gewann mithilfe seiner Bauernwalze am Königsflügel.

Runde 4 sollte das erste von insgesamt drei innerhessischen Duellen liefern, Toni Stehning von den SF Braunfels war dabei auch wohl der erste Gegner, der Alexis rein von der Wertungszahl her bereits etwas gefährlich werden könnte. Alexis spielte mit der Italienischen Eröffnung sicher und gab seinem Gegner kaum eine Chance auf Gegenspiel. Entschieden wurde die Partie durch das ausbleibende …Td8, wonach der weiße d-Freibauer zu stark war und nicht mehr vernünftig aufgehalten werden konnte. 

Tingrui Shen (2073 Elo) stellte in Runde 5 den ersten elostärkeren Gegner dar. Alexis hatte sich hier von seinem Auftaktremis bereits erholt und durfte an Brett 2 noch einmal mit Weiß beginnen. In einem Maroczy-Aufbau gegen Sizilianisch fand sein Gegner allerdings mehrere kreative Ressourcen (…a5-a4, …Da5-a7, …Le6), um Gegenspiel zu schaffen. Da der weiße Raumvorteil mit Bauern auf e4, f4, g4 und h4 Schwarz aber auch nicht viele Möglichkeiten gab, wurde in Zug 27 ein faires Remis vereinbart. Mit 4/5 Punkten war Alexis zu diesem Zeitpunkt also gut dabei, allerdings war klar, dass die kommenden Gegner stärker als die in Runde 1-4 sein würden.

Passend dazu wartete in Runde 6 mit Christian Glöckler vom SC Königsflügel Lindenholzhausen 1979, in dem er bereits mit Abstand der beste Spieler ist, ein sehr starker Spieler, der bis dahin nur ein Remis gegen einen weiteren starken Hessen, Bayastan Sydykov, gegen den Alexis zum Glück nicht antreten musste (waren ja auch genug Hessen!), abgegeben hatte. Alexis eröffnete sehr ambitioniert mit Königsindisch, doch Christian verstand die Stellung sehr gut und brachte eine Serie kraftvoller Züge aufs Brett, sodass die Stellung nach dem zu langsamen …c6 in Zug 13 bereits mit +2,6 zu bewerten war. In der Folge war Schwarz völlig paralysiert und landete in einem Endspiel mit Minusfigur, das Christian sicher verwerten konnte. Auch wenn er mit Alexis in der Partie nicht so gnädig war ;), soll ihm als einzigem hessischen Deutschen Meister 2023 hier auch noch mal gratuliert werden.

Die Hessen-Hessen-Duelle sind leider immer etwas unschön, da die Delegation mit gemeinsamen Aktivitäten wie Wanderungen, abendlichem Werwolf-Spielen, hineingeschobenen Tandem- und spätabendlichen Sextdem-Runden (!) sowie traditionellem Eisessen und Besuch der Sommerrodelbahn am letzten Tag eigentlich gut zusammenhielt und von den Betreuern Simon Martin Claus und Jonas Lenz – vielen Dank! – super geleitet wurde.

Trotzdem wurde Alexis in Runde 7 mit Justus Mandalka vom SK Bad Homburg direkt der nächste Hesse zugelost. Alexis wich im Sizilianer den Hauptvarianten aus und stellte seine Figuren in der Folge optimal für den Vorstoß f4 auf. Diesen Bauern hätte Justus allerdings schlagen müssen, nach dem Zulassen von f5 stand Alexis deutlich besser und Schwarz sah sich gezwungen, zwei Bauern aufzugeben. Justus bewies aber seinen Kampfgeist und schaffte es in ein – immer noch verlorenes – Doppelturm-weißer-Springer-gegen-schwarzer-Läufer-Endspiel, in dem Weiß zwar zwei Mehrbauern, aber nur noch knapp vier Minuten für acht Züge hatte (die Zeitkontrolle war übrigens 1:30+0:30+30). Statt die Zeitkontrolle abzuwarten, überhastete er seine Aktionen und Justus hätte mittels …gxh4 und nachfolgendem Turmtauschangebot ein ausgeglichenes Endspiel herbeiführen können, da die Ablehnung des Turmtauschs zum Eindringen des verbliebenen schwarzen Turms geführt hätte. Diese Chance verpasste er, in Zeitnot tauschte Alexis aber ein Bauernpaar zu viel, sodass schlussendlich in Zug 41 ein Endspiel mit leichtem weißen Vorteil auf dem Brett stand. Justus verpasste die Chance, Linien zu öffnen, und Alexis stand mit einem gedeckten b-Freibauern wieder auf Gewinn. Leider spielte Alexis das gewonnene Turmendspiel nicht korrekt zu Ende und führte eine remisliche Stellung herbei. Es folgten beiderseitige Ungenauigkeiten mit wechselnden Stellungsbewertungen, bis Schwarz in einem nicht einfach zu verteidigenden Remis-Turmendspiel den einzigen verbliebenen Bauern verlor und aufgeben musste. Diese Partie war zwar mitnichten die objektiv am besten gespielte, aber zeugt von Alexis‘ Kampfgeist und war sehr spannend!

Trotzdem sollte Runde 8 gegen Stepan Mohylnyi (2056 Elo) besser werden. Mit Schwarz stand Alexis aber keine einfache Aufgabe bevor. Er  wurde von einer eher seltenen Schottisch-Variante überrascht, improvisierte aber gut und erreichte nach und nach eine angenehme Stellung. In der Folge machte der weiße Springer allerdings an unterschiedlichen Stellen Probleme und Alexis war starkem Druck ausgesetzt. Sein Gegner ließ den Vorteil aber wieder verstreichen, bis in Zug 34 ein Schock folgte: Alexis ließ in Zeitnot einen Zwischentausch aus, sein Gegner mit noch mehr als der Hälfte der Zeit fand allerdings den Killerzug – ein geniales Turmopfer, das die Möglichkeit fxg7 ausgenutzt hätte – nicht und stellte den Turm auf das falsche Eckfeld – statt 36. Th1!! 1:0 hieß es 36. Ta1?? Sb3+ 37. Kb3 Sxa1 0:1! Mit dem nötigen Glück des Tüchtigen hatte Alexis sich also mit Rang drei eine gute Ausgangsposition für die letzte Runde erspielt.

Gegen Arthur Hermann kam in der neunten und letzten Runde eine mehr als 20 Züge lange Theorievariante der Caro-Kann-Verteidigung aufs Brett, die in einem ausgeglichenen Endspiel mündete. Das entstehende Turmendspiel war zwar ausgeglichen, allerdings spielte Schwarz technisch nicht optimal und schaffte sich unnötige Schwächen am Königsflügel. Trotzdem musste sehr viel Kampfgeist herhalten, um die Partie noch zu gewinnen. Tatsächlich wurde Alexis‘ unermüdliches Weiterspielen, ein Sieg war schließlich für eine Top-Platzierung notwendig, kurz vor Erreichen einer Standard-Remisstellung belohnt, denn sein Gegner ermöglichte ihm den Übergang in ein gewonnenes Bauernendspiel. Hier ließ sich Alexis die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und schloss das Turnier mit einem starken dritten Platz, punktgleich mit dem ebenfalls stark aufspielenden Zweiten Bayastan Sydykov und mit einem halben Punkt Vorsprung auf den Vierten, ab. Mit dem Belegen der Plätze 1-3 in der U12 dominierte Hessen hier also völlig.

Herzlichen Glückwunsch an Alexis für seine tolle Leistung!