Anmerkung zu Beginn: Aus den Partien der Runden 6–11 werde ich gesondert Highlights heraussuchen, sobald die Partien des letzten Wochenendes hochgeladen worden sind.
Am Wochenende des 28.02./01.03.2026 fand der letzte Doppelspieltag der Oberliga Süd-West statt. Wir selbst empfingen als Gastgeber unseren Reisepartner Oberursel und unsere Gegner aus Kaiserslautern und dem Saarland im Bürgerhaus Neuberg-Rüdigheim.
Die Ausgangssituation vor der 10. Runde sah wie folgt aus:

Noch nicht eingerechnet ist dabei das Nachholspiel von Klaus-Jürgen gegen Wiesbaden, das aufgrund des erfolgreichen Protests der Wiesbadener gegen die Schiedsrichterentscheidung noch nötig werden wird. Da es dort aber aktuell 3,5:3,5 steht und Klaus-Jürgen mit Schwarz gegen einen IM mit fast 2600er-Leistung in dieser Saison wird antreten müssen, wollten wir den Klassenerhalt lieber direkt unter Dach und Fach bringen. Da Worms noch gegen Wolfhagen spielen musste, rechneten wir uns aus, dass drei Mannschaftspunkte ausreichen sollten.
Samstag gegen Kaiserslautern
Der Samstag begann leider mit zwei Niederlagen von Claas und Klaus-Jürgen. Dann spielten Hendrik und Christopher remis, wobei der Berichterstatter an Christophers Nachbarbrett darüber sehr erleichert war, angesichts der Tatsache, dass Chris‘ Gegner in dieser Saison eine 2400-Leistung gespielt hatte und der weiße Aufbau mit La3 und Db2 nicht sonderlich harmonisch aussah.
Nun konnten wir glücklicherweise aufholen. Richard hielt seine Schwarzpartie remis. Dann konnten Adam und Jens zwei wichtige Siege beisteuern. Beim Stand von 3,5:3,5 nahm Emil dann das in Zeitnot erfolgte Remisangebot seines Gegners an – auch in dieser Partie war etwas Glück dabei gewesen. Mit dem 4:4-Unentschieden hatten wir aber eigentlich den Grundstein für den Klassenerhalt gelegt, da Worms erwartbar in Wolfhagen verlor.


Sonntag gegen Riegelsberg
Am letzten Spieltag mussten wir nun gegen die Letztplatzierten aus Riegelsberg antreten und aufgrund der schlechten Brettpunkte nicht weniger Mannschaftspunkte als Worms zeitgleich gegen Wiesbaden holen. Was sollte da noch schiefgehen?
Die Runde startete mit zwei relativ schnellen Schwarzremis durch Christopher und Hendrik. Da wir bis auf Brett drei an allen Brettern zahlenmäßig überlegen waren, kam hier noch kein großes Unbehagen auf. Dann verlor Klaus-Jürgen gegen den stärksten Gegner FM Daniel Hoppstädter.
Erstmals richtig ungünstig wurde es, nachdem Richard gegen IM Herbert Bastian eine Figur verlor – der Zwischenstand von 1:3 bedeutete, dass sich jetzt niemand mehr einen Ausrutscher erlauben durfte, wenn wir nicht auf Wiesbadener Schützenhilfe angewiesen sein wollten.
In Anbetracht der Wichtigkeit der Runde hatte Emil sich natürlich fleißig vorbereitet, wie Catull es schon in Carmina 62,16 lehrte: „Amat victoria cruram“ (in etwa „Der Sieg liebt die Vorbereitung“). Ungeschickt ist es dann nur, ältere Partien des Gegners beiseitezuschieben. Nach 1.e4 Sf6 musste viel Bedenkzeit verbraten werden und es entstand eine unheimlich wilde Partie, die ich sicher noch auf unserer Webseite hochladen werde. Letztendlich reichte es zum 2:3-Anschlusstreffer.
Adams ebenfalls wilde Partie (früh hatte sein Gegner eine Figur für drei Bauern gegeben) sollte sowieso noch ewig gehen, daher wenden wir uns zunächst den Brettern sieben und acht zu. Sowohl Jens als auch Claas standen irgendwann recht aussichtsreich. Während Claas seinen Vorteil nach einem Rechenfehler seines Gegners nutzen konnte, unterlief Jens in Zeitnot leider ein folgenschwerer Turmeinsteller.
Ab jetzt verfolgten wir also das Fernduell der Wormser in Wiesbaden ebenso gespannt wie Adams Partie, welcher gerade den weißen König von e1 nach b6 jagte. Leider fand er im berüchtigten 40. Zug nicht die richtige Fortsetzung (ganz einfach war es zugegebenermaßen nicht, jedenfalls kamen wir im Post-mortem auch nicht zu den richtigen Schlüssen) und musste schließlich ins Remis einwilligen, da sein Springer auf h3 zu weit abseits stand.

Da hatten wir uns also nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Als dann im Fernduell auch noch der starke indische IM, gegen den Klaus-Jürgen ja noch wird spielen müssen, nur remis spielte, wurden wir zunehmend nervös (es stand dort 3,5:3,5). Letztlich müssen wir uns herzlich bei FM Daniel Elias Ochs bedanken, der den entscheidenden Punkt zum Wiesbadener Sieg beisteuerte und uns damit den Klassenerhalt sicherte 😉 – unabhängig von der Nachholpartie.

